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ASHTANGA YOGA

Eddi Yoga Ashtanga Yoga

8 Glieder des Yoga – Spirale/Netz

yogaś-citta-vr̥tti-nirodhaḥ – Yoga ist der Zustand, in dem der Geist zur Ruhe kommt.
Nice! Aber wie geht das genau? Im 2. Kapitel des Yogasutra beschreibt Patanjali den ganzheitlichen Übungsweg zur Überwindung der Kleshas (=den Geist trübende Leidenschaften oder störende Kräfte) als 8-gliedrigen Pfad. Das interessante daran ist, dass diese Schriften sehr alt sind (genau weiss man es nicht, aber auf jeden Fall ein paar Tausend Jahre alt) und dabei trotzdem zeitlos.

Diese 8 Schritte bieten auch im 21. Jahrhundert eine praktische Anleitung, wie man den Zustand von Yoga erreichen kann.

1. Yama: Unsere Haltung gegenüber unserer Umgebung, Verhaltensregeln im Umgang mit der Natur und anderen Menschen.
2. Niyama: Unsere Haltung gegenüber uns selbst (Alltagsverhalten)
3. Asana: Körperübungen
4. Pranayama: Atemübungen
5. Pratyahara: Nach Innen Richten der Sinne. Der Rückzug der Sinne nach Innen.
6. Dharana: Konzentration und Ausrichtung des Geistes
7. Dhyana: stilles Reflektieren, Meditation
8. Samadhi: vollkommene Erkenntnis, Einheitserfahrung

Es gibt eine Reihenfolge und die Punkte beeinflussen sich gegenseitig. Blockaden können schrittweise aufgelöst werden, in dem wir diese 8 Aspekte des Yogaweges üben und uns damit auseinandersetzen. Samskaras werden gelöst, der Geist gereinigt, Verwirrungen im Citta (=Bewusstsein, Gedanken) aufgelöst. Yoga kennt keinen Südenweg, also kein Fehlverhalten!

Yamas und Niyamas sind Verhaltensregeln, wie man Yoga im Alltag jenseits der Matte praktizieren soll. Auch wenn wir Yoga meistens alleine üben, sind wir soziale Lebewesen und alle miteinander verbunden.
Die 5 Yamas (Regeln im Umgang mit unserer Umwelt):
• Ahimsa: Gewaltlosigkeit.
• Satya: Wahrhaftigkeit.
• Asteya: Nicht-Stehlen.
• Brahmacarya: Handeln im Bewusstsein des „Göttlichen“.
• Aparigraha: Anspruchslosigkeit.

Die 5 Niyamas (Regeln zum Umgang mit uns selbst):
• Shauca: Reinigung von Körper und Geist.
• Santosha: Genügsamkeit und Dankbarkeit.
• Tapas: Disziplin.
• Svadhyaya: Selbststudium.
• Ishvara Pranidhana: Hingabe an das „Göttliche“.

Asanas sind Körperübungen und sollen die Gesundheit erhalten und die Widerstandsfähigkeit des Körpers steigern. Durch die Asanas soll der Körper auf die Meditation, also das lange Sitzen, vorbereitet werden.
Durch Pranayama lernen wir, den unregelmässigen Atem zu beruhigen und ihn lang und fein werden zu lassen. Pranayama bildet sozusagen ein Tor zwischen Körper und Geist. Mit der Atmung können wir unser Prana (=Lebensenergie) beeinflussen.
Pratyahara meint das Besänftigen der Sinne, die im Alltag oft unkontrolliert auf äußere Reize reagieren und schließlich ihren Rückzug nach Innen.
Die letzten 3 Glieder des Pfades nennt Patanjali Samyama (=Versenkung). Dazu gehört Dharana, die anhaltende Ausrichtung des Geistes und die Steigerung davon: Dhyana, die Meditation. Samadhi, das Ziel des Yogawegs, ist die aus den beiden vorangehenden Gliedern resultierende vollkommene Erkenntnis, die innere Freiheit bringt.

Fazit: Zum Yoga gehört viel mehr als Asanas zu üben bis sie gut aussehen. Perfektion gibt es nicht, da wir alle verschiedene Voraussetzungen mitbringen. Wenn wir dem Pfad achtsam folgen und Atem, Geist und Sinne mit in unsere Praxis einbeziehen, erhalten wir einen ganzheitlichen Übungsweg. Wir bekommen die Möglichkeit festgefahrene Verhaltensmuster, also die Ursache für unser Leiden, zu erkennen und auszugleichen. Das geht nicht von jetzt auf gleich. Also nur Geduld, dranbleiben und üben üben üben. Der Weg ist das Ziel!